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Der Diplomat nickte.
Sire, meldete sich ein anderer Hauptmann zu Wort, was ist mit dieser dunklen Seuche, die die Gesunden
niederstreckt?
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Die Heiler tun ihr Bestes, Hauptmann. Aber lasst mich sagen, dass ich mich aus mehr als einem Grund dafr
entschieden habe, die Aushebung des Heeres in lvstad statt in Dendor durchzufhren. Die Heiler sagen mir,
dass wir warten sollen, bis die Seuche schwcher wird, und deshalb trennen wir das Heer von der Krankheit.
Obwohl Modrus Seuche in Dendor wtet, werden wir verhindern, dass sie sich ausbreitet.
Wollt Ihr die Stadt unter Quarantne stellen, Sire?
Agron nickte. Aye. Und nicht nur das. Wir werden alle ausfindig machen, die die Leichenteile verbrannt haben,
die Modru ber die Mauern geschleudert hat, sie in getrennten Quartieren unterbringen und von der Bevlkerung
absondern, bis die Seuche unter Kontrolle ist. Die Heiler werden sich um sie kmmern und die Gesunden von
den Kranken fernhalten. Auerdem werden die Huser all jener niedergebrannt, die krank geworden sind.
Aber, Sire, ein groer Teil der Stadt ist bereits von den Feuerbllen der Wrg in Schutt und Asche gelegt
worden.
Agron seufzte. Ich wei, Hauptmann, aber drastische Zeiten erfordern eben drastische Manahmen. Wir wollen
nicht, dass sich diese Keime weiterverbreiten, und Feuer reinigt alles.
Ein Offizier neben Agron rusperte sich.
Sire, wir werden mitten im tiefsten Winter nach Gron einmarschieren.
Agron nickte. Frher werden wir nicht bereit sein, Hauptmann. Und ja, Winterfeldzge sind hart. Aber welcher
Zeitpunkt wre fr einen berraschenden Angriff besser geeignet?
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Ich meinte, Sire, der Pass knnte vielleicht von Schnee und Eis blockiert sein.
Der Pass liegt tief in den Bergen, Hauptmann, und als Halfar und ich hineingeritten sind, war es fast
Weihnachten. Trotzdem lag er bis auf eine dnne Schneeschicht frei. Prinz Halfar meinte, es lge an dem
Gwasp, der warmen Luft, die von diesem gewaltigen Sumpf aufsteigt und den Weg freihlt.
Sire. Der Offizier sah sich an dem Kartentisch um. Ich mchte das aussprechen, was niemand anders zu
sagen wagt: Wir fhren einen Winterfeldzug, und Modru ist der Herr der Klte.
Agron sah sich ebenfalls um und seine hellblauen Augen leuchteten wie Eis. Dann werden wir uns gegen die
Klte wappnen, Hauptmann, und Modru seine Macht verschwenden lassen.
Agrons Blick glitt von einem Offizier zum nchsten, und jeder Einzelne nickte zustimmend, wenngleich einige
auch sichtlich zgerten. Es wird ein langer Feldzug, erklrte der Knig. Der viel Nahrungsmittel und anderen
Nachschub erfordert. Lasst uns berechnen, wie viel, und zwar fr sechs Monate, ein Jahr und zwei Jahre. Dann
knnen wir abschtzen, wie viel Pferde und Karren wir bentigen, und wie viel Nachschub wir brauchen.
Die Planungen gingen weiter.
Am folgenden Tag wurden die Tore von Dendor geschlossen, diesmal jedoch nicht gegen einen Feind von
auen, sondern um die Leute in der Stadt zu halten, und zwar alle, bis auf die Bauern und ihre Familien, die von
den Heilern als gesund erklrt wurden. Sie durften zu ihren Hfen zurckkehren und das dringend bentigte Ge-
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treide anbauen und pflegen, und die Tiere zusammentreiben, die berlebt hatten. Den Boten des Knigs wurde
ebenfalls der Durchgang gewhrt, denn sie waren fr den bevorstehenden Feldzug von entscheidender
Bedeutung. Alle anderen brauchten die Erlaubnis des Knigs, um die Tore zu passieren, denn Agron war fest
entschlossen zu verhindern, dass sich die Seuche auerhalb Dendors ausbreitete.
Der April verstrich, und der Winter verabschiedete sich. Die Felder wurden bestellt, die Saat ausgestreut, und
Bsche und Bume trieben die ersten Knospen. Noch whrend die Wrme des Frhlings das Land begrnte,
wuchs in der isolierten Stadt die Finsternis, denn jeden Tag wurden mehr Erkrankte zu den Heilern gebracht. Das
Gefngnis, in dem die Heiler den Infizierten Silberwurz verabreichten, barst fast von Kranken und Sterbenden.
Die Medizin lie sehr zu wnschen brig, denn wie Beau seinem roten Buch folgend vorhergesagt hatte, starben
trotz der Kur sechs von sieben Menschen unter groen Qualen. Doch ohne die Medizin htten nur ein oder zwei
von hundert berlebt.
Wie nach der Schlacht um Minenburg Nord nahm Tipperton seine Laute und besuchte die Krankenlager derer, [ Pobierz całość w formacie PDF ]